Modellgeschichte

Mercedes Benz 280SL w113

Mercedes-Benz 280 SL W113

Fahrgestellnummer 113044 12 022...
Baujahr: 1971

Der 280 SL wurde im Dezember 1967 eingeführt und bis zum 23. Februar 1971 produziert. Dann wurde der W 113 durch seinen Nachfolger, den völlig neuen und deutlich schwereren R107 350 SL, abgelöst. Im Laufe der Jahre entwickelte sich der W 113 vom Sportwagen zum komfortablen Gran Turismo. US-Modelle waren damals üblicherweise mit 4-Gang-Automatikgetriebe und Klimaanlage ausgestattet. Modelle mit Schaltgetriebe waren serienmäßig mit 4-Gang-Getriebe oder optional mit dem ZF-5-Gang-Getriebe erhältlich, das nur 882 Mal bestellt wurde und daher heute eine sehr gefragte Originaloption ist. In Europa waren Schaltgetriebe ohne Klimaanlage nach wie vor die vorherrschende Wahl. Von den 23.885 produzierten 280 SL wurden mehr als die Hälfte in den USA verkauft.

Die wichtigste Änderung war die Modernisierung des 2.778 cm³ (2,8 l) großen M130-Motors mit 170 PS (130 kW; 170 hp) Maximalleistung und 244 Nm maximalem Drehmoment, wodurch der W 113 endlich ausreichend Leistung erhielt. Die Leistungssteigerung wurde durch eine Vergrößerung der Bohrung um 4,5 mm (0,2 Zoll) erreicht, was die Grenzen des M180-Blocks erweiterte und paarweise Zylindergussteile ohne Kühlwasserkanäle erforderte. Dies machte einen Ölkühler erforderlich, der vertikal neben dem Kühler montiert wurde. Jeder Motor wurde nun vor dem Einbau zwei Stunden lang auf dem Prüfstand getestet, sodass seine Leistungsspezifikation endlich gewährleistet war.

Der M130 markierte die letzte Evolutionsstufe des ehrwürdigen SOHC-Reihensechszylinders M180 von Mercedes-Benz, bevor er durch den völlig neuen DOHC-Reihensechszylinder M110 abgelöst wurde, der 1974 mit den europäischen 280 SL-Modellen R107 eingeführt wurde. Eine Zeit lang kam er auch in der W 109 300 S-Klasse zum Einsatz und ersetzte dort den teuren 3-Liter-Reihensechszylinder aus M189-Leichtmetall.

Eine kurze Chronologie der wichtigsten Änderungen am 280SL:

12/1967: Einteilige Radkappen (wie bei den W 108/W 109 Limousinen).

10/1968: US-Modelle mit Sealed-Beam-Scheinwerfern ohne Nebelscheinwerfer.

02/1969: Neue Rückleuchten mit gelben Blinkern.

05/1969: ZF-5-Gang-Schaltgetriebe wurde als Option eingestellt und ist nur noch auf Sonderwunsch erhältlich.

07/1969: US-Modelle mit Scheinwerfereinheit mit vollständig gelbem Unterteil, beleuchteten Seitenblinkern, Transistorzündung und verbesserter Abgasreinigung.

08/1969: Beheizte Heckscheibe für Hardtop, Warnblinkanlage für alle Modelle, Einheitsschlüssel für alle Schlösser.

04/1970: Bosch Lichteinheit-Scheinwerfer optional mit Halogen-Fernlicht (erkennbar an „flacher“ statt „bubbler“-Linse).

08/1970: Fuchs-Leichtmetallfelgen als werkseitige Option erhältlich.

11/1970: Kühlmittelausgleichsbehälter aus undurchsichtigem, beigefarbenem Kunststoff (statt satinschwarzem Stahl). Neue Türschlösser: Der Zylinder kann bei verriegelter Tür gedrückt werden.

Nordamerikanische Modelle weisen einige subtile Unterschiede auf. Der auffälligste ist die in den USA vorgeschriebene „Sealed Beam“-Glühbirne im Vergleich zu den Bosch Lichteinheit-Scheinwerfern im Rest der Welt. Die US-Modelle von 1970 erhielten zudem – später als die meisten anderen Länder – gelbe Blinkergläser an den Rückleuchten.

Weitere Unterschiede zu den nordamerikanischen Modellen sind zöllige Anzeigen, verchromte Stoßfänger, Seitenreflektoren (ab 1970 beleuchtet), kürzere Hinterachsübersetzungen für schnellere Beschleunigung, aber geringere Höchstgeschwindigkeiten und das Fehlen von einseitigen Parklichtern. Die Motoren des 280 SL für den US-Markt erforderten Modifikationen der Abgasreinigung, darunter weichere Ventilsteuerungen, ein reduziertes Verdichtungsverhältnis und eine modifizierte Einspritzpumpe, wodurch die Leistung von 170 PS (130 kW; 170 PS) auf 160 PS (120 kW; 160 PS) reduziert wurde.

Europäische Autos waren als Graumarktimporte in den USA beliebt: Diese Fahrzeuge wurden einige Jahre nach ihrer Erstauslieferung in Europa in die USA gebracht. Frühe europäische Importe waren mit nachgerüsteten Warnblinkanlagen und Kangol-Sicherheitsgurten ausgestattet – US-Sicherheitsanforderungen, die in Europa erst in späteren Produktionsjahren übernommen wurden.

 

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